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Fragile Consolidation. Yemen’s New Government and the Case for European Governance Support

Weitere 14.09.2026

von Mohammed Al-Amrani and Julia Pickhardt 

Die Auflösung des Südübergangsrats (Southern Transitional Council (STC)) und die Bildung einer neuen jemenitischen Regierung haben eine einzigartige politische Konstellation geschaffen, die reale Chancen eröffnet. Die Konsolidierung der Regierung ist jedoch fragil und ruht auf drei ungelösten Konfliktlinien: der Vertretung des Südens, der finanziellen Abhängigkeit von Riad sowie der Integration ehemaliger STC-Kräfte. Seit Mitte 2026 vollzieht sich diese Situation vor dem Hintergrund eines erneut aufflammenden Konflikts, der den Druck auf alle drei Konfliktlinien verstärkt. Ziel dieser Entwicklung ist es unter anderem, die Regierung dazu zu zwingen, sich zwischen Kriegführung und Regierungsführung zu entscheiden – eine Entscheidung, die sie ohne externe Unterstützung nicht erfolgreich bewältigen kann. Diese Entscheidung ist somit auch eine europäische. Die Entwicklung der Regierungsführung im Jemen hat unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheit im Roten Meer, die Stabilität am Horn von Afrika und Migration – und dies zu einem Zeitpunkt, an dem die maritime Infrastruktur, welche Asien, den Golf und Europa verbindet, neu geordnet wird. Dieses Papier argumentiert, dass europäische Akteure die aktuelle Lage als eine „Investitionschance in Regierungsführung“ und nicht lediglich als eine humanitäre Übergangslösung betrachten sollten. Zugleich sollten sie dem Reflex widerstehen, bereits zugesagte Maßnahmen zur Förderung von Regierungsführung zugunsten kurzfristiger Nothilfeprogramme umzuwidmen, jetzt, wo die Kämpfe wieder aufgeflammt sind.

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